Das Fragerecht im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens (3. Teil)

Konsequenzen

Abschließend stellt sich die Frage, welche Konsequenzen die wahrheitswidrige Beantwortung einer Frage im Vorstellungsgespräch nach sich ziehen. Selbstverständlich ist hier zwischen einer rechtlich zulässigen und einer rechtlich unzulässigen Frage zu unterscheiden.

Rechtlich zulässige Fragen muss der Bewerber wahrheitsgemäß beantworten. Tut er dies nicht und erfährt der Arbeitgeber nach Einstellung davon, kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nach § 123 I BGB wirksam aufgrund arglistiger Täuschung anfechten. Eine wirksame Anfechtung nach § 123 I BGB setzt eine widerrechtliche Täuschungshandlung voraus. Diese Handlung kann sowohl in einem positiven Tun, z.B. in einer Lüge erfolgen, aber auch durch Unterlassen bewirkt werden, soweit eine Pflicht zur Aufklärung besteht. Dies ist beispielsweise gegeben bei Nichterwähnung eines chronischen Rückenschadens, wenn man sich als Lagerarbeiter bewirbt. Die Täuschung ist widerrechtlich, wenn der Bewerber zur wahrheitsgemäßen Beantwortung der Frage verpflichtet ist, es sich also um eine zulässige Frage handelt. read more